Einzigartige Rubens-Restaurierung

Einzigartige Rubens-Restaurierung

Einzigartige Rubens-Restaurierung

Anlässlich seines 50jährigen Bestehens hat der Museumsverein Kassel e.V. die Restaurierung von Peter Paul Rubens „Jupiter und Kallisto“ gefördert. Die Förderung ist ein außergewöhnliches Musterbeispiel für die Wertschätzung der Inhouse-Expertise in einem Museum. Der Museumsverein Kassel e.V. hat für ein Jahr die Stelle einer Restauratorin finanziert. Christiane Ehrenforth, Gemälderestauratorin von Hessen Kassel Heritage, konnte durch die großartige Förderung für die Restaurierung eines der Hauptwerke der Sammlung freigestellt werden. So wurde die große Erfahrung im eigenen Haus hervorragend genutzt und die Arbeit in der Gemälderestaurierung von Hessen Kassel Heritage ausgeführt.

Rubens malte dieses mythologische Motiv von „Jupiter und Kallisto“ 1613 auf eine große Eichenholztafel. Mehrere frühere Ausbesserungen führten dazu, dass die Malerei in einigen Bereichen starke „Borken“ bildete. Zudem war der Firnis, die oberste Schutzschicht eines Gemäldes, sehr verändert und entstellte die ursprüngliche Farbigkeit. Das Gemälde wirkte neben anderen Rubens-Darstellungen ungepflegt und schmutzig. Rund 1.062 Arbeitsstunden steckte Christiane Ehrenforth in die Restaurierung des Gemäldes. Die Hauptarbeit bestand darin, den Firnis unter dem Stereomikroskop schonend zu lösen und spätere Übermalungen und Retuschen zu entfernen.

Das Thema um Jupiter und Kallisto bietet einen guten Zugang zum Geschlechterdiskurs der Frühen Neuzeit und ist ein wichtiger Bestandteil der Vermittlungsarbeit bei Hessen Kassel Heritage. Die erfolgte Restaurierung bot auch Anlass, die Präsentation im Rubens-Saal zu verändern. Auf einer Wand sind erstmals in barocker Hängung übereinander Gemälde von Rubens und seiner Zeit zu sehen, die unmittelbar aufeinander Bezug nehmen.