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Der transparente Mondschein von Caspar David FriedrichSammlungspräsentation

2024 feiert Caspar David Friedrich (1774-1840) seinen 250. Geburtstag. Aus diesem Anlass präsentiert Hessen Kassel Heritage ab 7.5.2024 in der Neuen Galerie aktuelle Forschungsergebnisse zu einer der herausragenden Arbeit Friedrichs. Seit 1957 verwahren unsere Sammlungen etwas sehr Besonderes, ja Einzigartiges im Œuvre von Caspar David Friedrich: ein großformatiges, doppelseitig bemaltes Mondscheintransparent, das seinen Zauber erst im Dunkeln bei rückseitiger Beleuchtung entfaltet. Erst dann lichtet sich der Nebel auf der Vorderseite und eine hügelige Landschaft mit einer Stadt im Hintergrund erscheint wie von Zauberhand.

Um 1780 eroberte das neuartige, spektakuläre Medium des Transparents von England ausgehend Europa. In kleiner Gesellschaft versenkte man sich in die künstlichen Mondscheine und gab sich elegischen Gefühlen hin. Öffentliche Präsentationen von Transparenten führten den Besuchern in bislang unbekannter Intensität berühmte Orte oder aufsehenerregendeEreignisse wie den Ausbruch des Vesuvs vor Augen.

Wie lässt sich der Kasseler Mondschein in die Geschichte der Transparentmalerei einordnen? Wo lernte Friedrich das Medium kennen und wie eignete er sich in zuvor unerreichter Perfektion die Technik an? Wie wurde sein Transparent mit historischen Beleuchtungsmitteln illuminiert? War seine Beleuchtung statisch oder konnte bereits ein filmisch anmutender Verlauf vom Hellen ins Dunkle oder von der Morgen- zur Abendstimmung erzeugt werden?

Diesen und anderen Fragen haben wir uns auch in Zusammenarbeit mit einem Physikhistoriker sowie mit dem Studiengang Kunsttechnologie der Hochschule für Bildende Künste Dresden angenähert. Im Rahmen einer studentischen Arbeit wurde dort eine maltechnische Studie angefertigt, um die Vorgehensweise von Friedrich praktisch nachzuvollziehen. Die Ergebnisse werden in der Kabinettausstellung präsentiert. Die Erforschung des Kasseler Transparents war also erstaunlich ertragreich. Staunen Sie gemeinsam mit uns über das bislang viel zu wenig beachtete Mondscheintransparent des Malers der deutschen Romantik.

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